„Imagine Alice: Das verlorene Wunderland“ – Die Vereinsgala des ETSV 09 interpretiert ein altbekanntes Stück neu.

 

„Houston, wir haben ein Problem“ – Wenn das ein Dschin feststellt, muss etwas dran sein. Und tatsächlich – die Heldin des Stückes Alice und ihre neuen Freunde, der Hutmacher und der Flaschengeist aus „1000 und 1 einer Nacht“ stehen einem grimmigen Krieger der Herzkönigin gegenüber – in voller Rüstung, bereit zum Kampf. Die Ochs-Kampfsportgruppe ließ daraufhin die Waffen klirren und Funken sprühen. Es wurde ein actionreicher Abend für die Zuschauer auf der vollbesetzten Tribüne bei der diesjährigen Vereinsgala.

 

Eine Besonderheit der Handlung war, dass sich Figuren aus unterschiedlichen Erzählungen verbündeten. Aufwendige Kulissen, in Monate langer Arbeit selbst gestaltet, führten in tiefe Zauberwälder, in prachtvolle Paläste, ins Dschungeldickicht und auf einen orientalischen Basar. Nahezu alle Abteilungen des Vereins hatten sich hinter und auf der Bühne eingebracht, insgesamt um die 200 Sportler. Ein riesiges Gesamtwerk.

Alice gelangt als Erwachsene zurück ins Wunderland, das sie bereits vergessen hat. Der Hutmacher klärt sie darüber auf, dass das Reich von der Herzkönigin beherrscht wird. Diese hat viele Bewohner versteinert oder unglücklich gemacht. Alice aber besitzt die Gabe, die Figuren mit einer Berührung wieder zum Leben zu erwecken. Die Bewohner des Wunderlandes schöpfen wieder Hoffnung.

Doch zunächst scheint das Wunderland gar nicht so trostlos. Die Tiere, gespielt von den Kinderturngruppen, beleben die Szenerie. Und die Turniertanzpaare bringen Glanz und Noblesse in das Phantasiereich. Einzig die Fee sorgt mit ihrem Zauberstab für Turbulenzen.

Alice erweckt Cinderella und den Königssohn zum Leben. Zwei junge Debütantinnen drücken ihre Vorfreude auf den Königsball in einem Gesangsduett aus, während junge Tänzerinnen mit ihren zarten Schleppen den Tanz eröffnen. Fast wähnt man sich in einem Musical. Dann aber streiten die Stiefschwestern im Tritt-Rhythmus der Step-Aerobic-Gruppe, bis sie sich die Haare ausraufen. Es geht um Cinderellas Schuh.

Der nächste Befreiungsschlag gelingt Alice gegen den Fluch der Herz-Königin über die Kinder, welche dazu verdammt sind, im Zauberwald auf Ewig Fußbälle hin- und her zu passen. Schließlich gelangen die Freunde auf einen orientalischen Basar. Die Handball-Jungs erweisen sich dort als geschickte Diebe. Statt Handbälle werfen sie sich Obst und Gemüse zu. Die Zumba-Frauen und Männer zeigen in Fez und Schleier einen orientalischen Bauchtanz. Dann taucht der Dschin aus Aladins Öllampe auf. Zusammen mit seinem Herrn schließt er sich Alice und dem Hutmacher an. Doch auf wessen Seite steht Aladin eigentlich?

Die nächste Herausforderung wartet nicht lange auf sie. Die Herzkönigin schickt den Protagonisten ihre Soldaten auf den Hals und die Ochs - Kämpfer geben sich alle Mühe, ihre Stärken im Kampf zu zeigen. Die Verbündeten kämpfen gegen die fiesen Pik-7-Krieger der Königin. Hilfe bekommen sie von der Parkour-Gruppe. Mit Mehrfachsaltos und Todessprüngen beweisen sie ihren Mut und vertreiben den Feind.

Die Leichtathleten schwingen das Tanzbein auf dem Ball im Schloss des verzauberten Prinzen, während Alice und der Hutmacher im französischen Schloss-Restaurant schick essen gehen. Ein faszinierender Schwarzlicht-Effekt bringt Tische, Stühle und Fächer zum Leuchten. Die EIS- und Leichtathletik-Kinder versetzen die Einrichtung des Lokals in Schwingung. Das nächste Wunder vollbringt Alice an Belle und ihrem Biest.

Für die Schöne und das Biest scheint die Zeit stehen zu bleiben. Zusammen mit dem Show-Team vollführen sie einen akrobatischen Tanz. Die vielen kleinen Lichter der Kostüme symbolisieren die ewigen Sternbilder des Nachthimmels.

Der Weg von Alice und ihren Freunden führt in den Dschungel. Die Boogie-Woogie-Gruppe steckt in Affenkostümen. Ballou und der „Pink Panther“, der Namensgeber der Gruppe, befreien Moglie aus der Affenburg. Dabei singt Ballou seien berühmten Song: „Probier´s mal mit Gemütlichkeit.“

Holt die Vergangenheit die Protagonisten ein? Wir sehen Alice als kleines Kind mit dem ebenfalls kindlichen Hutmacher auf dem Bazar hin- und her toben. Den Hutmacher quält eine vage Erinnerung an ein Mädchen, das ihm als mysteriöse Gestalt erscheint. Die Mädchen der Turnabteilung spinnen den Hutmacher mit weiten, weißen Tüchern ein, so dass dieser die geisterhafte Erscheinung nicht zu fassen bekommt.

Alice und Aladin begegnen dem Jungen in den Lüften. Es ist Peter Pan. Waghalsige Sprünge auf dem Riesen-Trampolin lassen die Figuren schweben, während Feen mit blauen Bändern und die Eisstockschützen mit Sternenluftballons die Nacht andeuten. Von der Karate-Abteilung erhält Alice einen Schnellkurs in Sachen Selbstverteidigung. Dann geht es mit den Freunden vor die Mauern der Burg. In ihr haust die Herz-Königin. Hier kommt es zu einem großen Remmi-Demmi, in das sich alle Beteiligten einmischen. Schließlich fällt die Mauer der Burg in sich zusammen. Heraus tritt die geheimnisvolle Gestalt, von der der Hutmacher geträumt hat. Dann erlischt das Licht – ein echter Cliffhanger. Die Fortsetzung findet im kommenden Jahr statt.

Ein dickes Lob gab es von Vereinspräsident Karl Seidl für die Organisatoren, allem voran für Tanja Schedlbauer, Stephanie Neupert und Larissa Greul, die das Gesamtwerk choreographisch gestaltet haben. Silke Wolf war für die enorme Ausstattung des Stückes zuständig. Seidl betonte: „Es war eure Idee, ihr seid zu mir gekommen.“ Die Damen wurden mit Blumensträußen beschenkt. Bei Manfred Käser bedankte sich der Vorsitzende für die Gesamtleitung.

Wir freuen uns auf die Fortsetzung und sind gespannt, wie die Geschichte ausgeht.

Geschrieben von Achim Reinhart