Erfolgreiche Delphin-Therapie für Marina in der Türkei

Marina, Tochter von Nadine und Markus Blößl, ist seit ihrer Geburt behindert. Sie benötigte einen Luftröhrenschnitt und musste künstlich ernährt werden. Aber immerhin konnte sie spielen und war ansprechbar. Vor knapp drei Jahren erlitt sie zusätzlich einen Atemstillstand und liegt seitdem im Wachkoma. Sie reagiert nur noch vertraute Personen und benötigt ein Beatmungsgerät. Für ihre Eltern eine Katastrophe.

Intensive Recherchen durch die Mutter, eine ehemalige Turniertänzerin und Trainerin der Tanzsportabteilung im ETSV 09 Landshut, hatten ergeben, dass eine Delphin-Therapie erfolgversprechend war, für die allerdings die Krankenkasse keine Kosten übernehmen würde. Daraufhin startete Nadine eine breit angelegte Spendenaktion über die Tagespresse sowie über das Internet. Zahlreiche Firmen, Hilfsverbände, Vereine und Privataktionen beteiligten sich und täglich wuchs die Summe auf dem Spendenkonto.

Allerdings gab es auch einige Rückschläge, weil der Behinderungsgrad von Marina die Kosten in  die Höhe trieb und einen medizinischen Flug mit ärztlicher Betreuung erforderte. Aufgrund der gesundheitlichen Probleme von Marina durfte das Flugzeug nur in eine Höhe von 600 m fliegen. Ein Linienflug war also nicht möglich. Das trieb die Kosten enorm in die Höhe und die ursprüngliche Kalkulation in Höhe von 30.000,-- € verdoppelte sich nahezu. Eine großartige Hilfe kam von den Ice Breakers Landshut, die über ihre umfangreiche Vernetzung Benefizspiele u. a. in Bremerhaven, Rosenheim sowie in Landshut starteten. Auch VIP’s aus der Szene riefen zur Spende auf oder starteten Auktionen zugunsten von Marina.

Eine gewaltige Energieleistung von Nadine, die sich nicht von ihren Zielen abbringen ließ.

Im Juni 2019 war es dann endlich so weit. Marina startete in Begleitung eines Ärzteteams in einem zweimotorigen Flugzeug der Firma Medical Flight Service vom Flughafen München. Die Eltern und die Oma buchten einen Linienflug  nach Antalya. Kurz nach der Landung und während dem Transfer nach Kemer hatten die Eltern schon Email-Kontakt mit der Maschine von Marina und sie waren ständig über den Flugverlauf informiert.

Am zweiten Tag dann die erste Therapie im „Dolphin Therapy Land“ mit den Delphinen im Wasser. Den sympathischen Therapeuten hat Marina sofort in ihr Herz geschlossen und bei den weiteren Anwendungen durfte nur er ihr den Neoprenanzug anziehen.

Die Delphine waren natürlich für das behinderte Mädchen eine Attraktion. Sie konnte sie streicheln, mit ihnen spielen und kuscheln. Schon am ersten Tag konnte sie ohne Beatmungsmaschine wenigstens teilweise atmen – ein Riesenschritt nach vorne. Anschließende Lymphdrainage, Physio- und Vibrationstherapie ergänzten die Anwendungen im Wasser.

 
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Anschließend konnte Marina mit einem Mittagsschlaf erholen und entspannen, bevor es wieder in Begleitung der Therapeuten ins Meer ging. Sicherheitshalber war das Beatmungsgerät in einem kleinen Schlauchboot dabei, aber benötigt wurde es nur selten.

Insgesamt gesehen muss die Delphin-Therapie als sehr erfolgreich angesehen werden. Marina kann sich jetzt durch ihr Verhalten besser bemerkbar machen. Sie hört Musik und reagiert auf das Fernsehen. Auch wenn ihr etwas nicht passt, bringt sie das jetzt deutlich zum Ausdruck. „Das ist,“ so die erleichterte Mutter: „ein Riesenschritt nach vorne. Damit Marina aus dem Wachkoma erwacht, sind aber noch einige Therapien notwendig. Die Ärzte vom Dolphin Therapy Land empfehlen eine einjährige Pause.“

Die Tanzsportabteilung im ETSV 09 Landshut wünscht Ihrem ehemaligen Mitglied hierfür viel Erfolg.