Hundertzwanzig mal Spaß beim Sport und leuchtende Augen, hundertzwanzig mal ausprobieren wozu man während des Schuljahres sonst nicht kommt. Die Turnabteilung des ETSV 09 sorgte dieses Jahr mit über 120 Plätzen in drei verschiedenen Themenfeldern für Herausforderung und Erfolgserlebnisse im Landshuter Ferienprogramm.
Den Beginn machten die Abnahmen zum Deutschen Sportabzeichen. Bei größter Hitze absolvierten die Kinder einen 800 Meter Lauf, Sprint, Ballwurf sowie Weitsprung aus dem Stand und mit Anlauf. Aufs Seilspringen verzichteten die meisten schon allein um mit ihren Kräften besser zu haushalten und lieber eine zusätzliche Trinkpause einzulegen. Die obligatorische Schwimmstrecke im Erlebnisbad Ergomar verschaffte auch nur allzu kurze Erfrischung und doch dürfen sich drei Kinder über ihr Sportabzeichen in Bronze, vierzehn in Silber und zwölf sogar in Gold freuen.
Nicht um messbare Leistungen sondern um den gewissen „Kick“ ging es bei den Parkour- bzw. Freerunning-Workshops. Was auf Youtube so leicht aussieht, entpuppte sich nur allzu oft als höchste Anforderung an Koordination gepaart mit Kraft. Doch die Routiniers des ETSV 09 verstanden es, ihren Schützlingen durch geeignete Tipps die ersten Erfolgserlebnisse zu verschaffen und Lust auf „Mehr“ zu machen. Mit etwas Übung konnte hier jeder schnell Fortschritte erzielen.
In der letzten Ferienwoche schließlich lud die Erlebte Inklusive Sportschule (EISs) des ETSV 09 zu einer Schnupperstunde ein. Beim Ausflug in den Sumpf waren Teamwork, Mut und Geschicklichkeit gleichermaßen gefordert, sei es beim Manövrieren des Turnbank-Reisebusses oder bei der Bewältigung des Geräteparcours. Die Verschiedenheit der Teilnehmer verlangt den Übungsleiterinnen jedes Mal ein hohes Maß an Kreativität und Einfühlungsvermögen ab. Schließlich soll jedes Kind seine ganz persönlichen Stärken erkennen und weiter entwickeln, wobei Mitgestaltung und gemeinsame Aufgabenbewältigung gleichzeitig die Sozialkompetenz fördern. Wie schön, wenn die Kinder nur merken- es hat Spaß gemacht!

Mit Schulbeginn läuft nun auch beim ETSV 09 wieder der normale Übungsbetrieb. Interessierte können in den meisten Gruppen noch jederzeit einsteigen. Ein Blick auf die Vereinshomepage hilft, für jeden ein passendes Sportangebot zu finden.

Text: Kerstin Schedlbauer

Gala der Turnkunst

Turngau feiert 125-jähriges Bestehen – der ETSV09 ist mit dabei!

Andi Hornschuh war verblüfft: „Es läuft alles wie am Schnürchen!“ Keiner kam zu spät, keiner ist kurzfristig krank geworden. Die komplizierte Logistik mit den zwei Kleinbussen hat reibungslos funktioniert und selbst der Zug mit den Landshuter Turnern kam pünktlich an. Das war schon mal ein gutes Omen für die Jubiläumsgala des Turngaus Landshut in der Ballsporthalle in Vilsbiburg. Der ETSV09 lieferte dazu drei Beiträge im umfangreichen Programm des Galaabends. Schon in der Früh waren die jungen Turnerinnen und Turner zur Generalprobe aufgebrochen. Danach war noch viel Zeit. Die Jugendgruppe nutzte den schönen, sonnigen Tag um hinaus zu fahren, zum Fußballgolf auf freiem Feld.

Der Gala-Abend begann um 19.00 Uhr mit lebenden Olympischen Ringen. Gebildet wurden sie von den Turnern der teilnehmenden Vereine in ihren unterschiedlichen Farben, unter anderem die Mädchenturnstunde des ETSV09. In einem großen Wirbel vermischten sich die Farben zu einem bunten Mix. Der Maskentanz und die Partnerakrobatik des Showteams “Intoxination“ setzten einen ästhetischen und ruhigen Kontrapunkt zu vielen reißerischen Nummern im Programm. Ausgeglichene und schöne Bewegungen, ausgefallene Kostüme und das harmonische Miteinander erzeugten eine geheimnisvolle und tiefsinnige Stimmung. Die Parkour-Mädchengruppe weckte die Neugier auf die relativ junge Sportart, die eben nicht nur Jungs begeistert.

Doch auch die anderen Vereine des Turngaus hatten etwas zu bieten: Der TSV Altfraunhofen wartete mit seiner grandiosen Rhönrad-Gruppe auf. Unglaublich wie dieses so sperrig wirkende Sportgerät bewegt werden kann! Fast glaubt man, die Gesetzte von Anziehungskraft und Mechanik werden außer Kraft gesetzt. Die Rope-Skipper des DJK Adlkofen spielten Räuber und Gendarm mit dem Sprungseil. Auch über zwei Seile gleichzeitig, das eine mit doppelter Geschwindigkeit geschwungen, sprangen Ganoven und Polizistinnen. Springen können die Sportlerinnen auch im Sitzen oder Liegen. Großen Applaus verdienten sich die Buben im Grundschulalter des TSV Lenting. Am Barren lieferten sie zu acht eine Show, die ahnen lässt, dass hier die neuen Hambüchens heranwachsen. Zu sehen waren unter anderem die selten gewordene rhythmische Sport-Gymnastik mit Band und Keulen des DJK Altdorfs sowie Feuerakrobatik der Dancing Spirits.

In der zweiten Hälfte traten die „Stargäste“ des Turngaus auf. Carmen Lück, die amtierende Weltmeisterin mit dem Cyr Wheel, zeigte als Clown verkleidet einen Auszug aus ihrer Show. Die deutsche Meisterin Sonja Fischer präsentierte Turnsport am Schwebebalken und am Stufenbarren. Sie gab im Live-Interview einen kleinen Einblick in das Leben einer Spitzensportlerin: Sechsmal in der Woche jeweils vier Stunden Training war das normale Pensum, das aber aufgrund von Schule und Beruf etwas reduziert werden musste.

Die Gala-Show war ein bunter, spannender und packender Abend, ein Geschenk von Sportler für Sportler und ihre Angehörigen. Das gute Omen hatte Andi also nicht getäuscht!

 

Text: Achim Reinhart

 

Ein Baumstamm, eine Tischtennisplatte, eine Parkbank – mehr braucht es nicht. Alex verwandelt das Eck vor dem Bolzplatz in der Daimlerstraße in einen Abenteuer-Spielplatz. Im Schlepptau hat er fünfzehn bis zwanzig Jungs aus der unmittelbaren Nachbarschaft, die von ihm Tricks gezeigt bekommen. Behutsam führt er sie an den Parkour-Sport heran: Auf die Bank und zurück, über die Bank in zwei Schritten oder sogar in einem Satz, jeder nach seinem Mut und Können. Die Kids sind begeistert. Viele von ihnen haben hochrote Köpfe. Eifrig folgen sie Alex´ Anweisungen.
Zusammen mit dem BSLV und seinem Programm „Integration durch Sport“, der Mobilen Jugendarbeit und der Stadtteilarbeit Porschestraße gibt es an einem Freitag im Monat auf dem Gelände nicht weit von der Porschestraße ein offenes Sportangebot. Diesmal ist der ETSV09 mit Parkour dran. Auf dem Bolzplatz selbst trainieren die Großen Fußball. Unter ihnen viele Roma aus den umliegenden Häusern und Flüchtlinge aus dem Wohnheim. Im hinteren Bereich spielen Mädchen Federball. Am Spielfeldrand liegen Matratzen zum Chillen. An einem Stand locken leckere Obstspieße, Eistee und Gebäck.
Zwischen Obi, Bauhaus und der Bundesstraße gibt es sonst nur wenig Abwechslung für Kids vom Block. Doch heute ist was los. Alex hat sich in der Zwischenzeit warmgelaufen. Eigentlich ist das Angebot erst ab 13. Aber wer will die Jungs schon bremsen? Die ganzen zwei Stunden halten die meisten durch. Um 19.00 Uhr endet das Angebot. Teenies und Kids sind ausgepowert. Was es wohl zum nächsten Termin gibt? Der ETSV09 ist stolz darauf, bei diesem auf den Stadtteil bezogenen Jugendprogramm dabei gewesen zu sein.

Text: Achim Reinhart

 

So lud die badische Stadt zum dort veranstalteten gemeinsamen Landesturnfest des Badischen und des Schwäbischen Turnerbundes, auf das sich unsere kleine Gruppe am 30. Mai 2018 aus der trauten Heimat in die Fremde verabschiedete, um dann nach  einem spannenden Aufenthalt am 3. Juni 2018 wieder zurückzukommen. Moment… Baden - Schwaben? Wie kommen wir denn da hin? Haben wir nicht selber auch ein eigenes Turnfest? Ja selbstverständlich. Aber eben erst nächstes Jahr. Und um nach Berlin die Durststrecke nicht zu lang zu halten, haben wir am 30. Juni um 14.00 Uhr alles Nötige in den Vereinsbus geschmissen, noch durchgezählt – 1,2,3,4,5,6, vollständig – und ab fuhren wir ins (quasi) Ausland.

Und Weinheim hat nicht zu viel versprochen. Es ging tatsächlich drunter und drüber. Noch am ersten Tag hatten wir Zeit, das Festzentrum zu erkunden. Für all die bedauernswerten ohne Turnfesterfahrung: Das Festzentrum ist, wie der Name schon sagt, der zentrale Punkt eines jeden Turnfestes. Dort gibt es eine große Bühne, auf der den ganzen Tag jede erdenkliche Art an Showgruppe ihr Können zeigt und abends wird Musik gespielt und gefeiert. Drum herum scharen sich Zelte und Stände, an denen man das Neueste an Turngerätschaften testen und alle erdenklichen Arten an Turnspielen ausprobieren kann. Spät abends dann kamen wir zurück in unsere Unterkunft, eine Schulturnhalle, etwas außerhalb von Weinheim, und fielen, wie darauf jeden Abend, eigentlich viel zu spät in bzw. wegen der Hitze mehr auf unsere Schlafsäcke. Tags darauf, nach einer erstaunlich ruhigen Nacht und einem guten Frühstück in der Unterkunft, brachen Petra, Polina, Elisabeth und Max zu einem Naherholungszentrum bei Weinheim auf, während Andi und Kerstin ihren Dienst als Kampfrichter bei den Leichtathletik-Wettkämpfen antraten. Das Naherholungszentrum hatte viel zu bieten. Die Mischung aus gut gestalteten Spielplätzen, Sportgeräten und großartigen Klettermöglichkeiten regten trotz der Hitze zum Bewegen an. Danach schauten wir noch kurz bei den Trampolinwettkämpfen vorbei. Dann ging es wieder zurück zum Festzentrum, wo wir den Sport entdeckten, den wir die nächsten Tage trotz der brennenden Sonne bestimmt insgesamt sieben Stunden betreiben würden: Jugger. Ein Freiburger Verein, sie nennen sich selbst „Gossenhauer“, wies uns in dieses fantastische Spiel ein. Gespielt wird mit gut gepolsterten Stäben, sog. Pompfen, verschiedener Art, mit denen dann der Gegner getroffen werden muss. Bei der Abwandlung, die wir hauptsächlich gespielt haben, spielt jeder gegen jeden. Wer getroffen wird, muss sich setzen und darf erst wieder aufstehen, wenn der, der ihn getroffen hat, auch sitzt. Das tatsächliche Spiel ist natürlich weit komplexer, aber es hat auch so einen riesen Spaß gemacht und oft genug mussten Andi, Kerstin und Petra im Schatten neben dem Spielfeld sitzen und uns anderen zusehen, weil wir zu nichts anderem zu animieren waren. Ach, wenn wir die Gossenhauer je wiedersehen, kriegen sie ihre Revanche …

Am nächsten Morgen traten wir verletzungsbedingt leider nicht ganz vollzählig zum Wettkampf an. Nach diesem sowohl körperlich als auch geistig anstrengendem Tag, den wir hauptsächlich damit verbrachten, von einer Wettkampfstätte zur anderen zu fahren, können Petra, Andi, Polina und Elisabeth Ergebnisse vorzeigen, mit denen sie voll zufrieden sein können. Abends fuhren Andi, Petra, Elisabeth und Polina zur Turnfestgala „Rock meets Classic“, wo die besten regionalen und internationalen Showgruppen ein riesiges Spektakel veranstalteten. Am dritten Tag musste Kerstin besonders früh aufstehen, während wir anderen weiter unseren Schlafentzug zu bekämpfen versuchten. Sie brach früh auf, um an einer mehrstündigen Wanderung durch den Exotenwald und zu den zwei Burgen der Stadt teilzunehmen. Wir anderen begaben uns, nachdem wir einigermaßen ausgeschlafen hatten, wieder einmal ins Festzentrum, um von den zahlreichen Angeboten dort Gebrauch zu machen. (Das heißt auf Deutsch, das wir ein paar Stunden Jugger gespielt haben). Um 14.00 Uhr dann begann für Andi und Max das Gerätefinale, natürlich nur zum Zuschauen. Es bot sich uns ein Wettkampf der absoluten Oberklasse. Am Abend besuchten Petra und Max die Soiree. Hier traten die Gruppen auf, die aus den vielen Schauvorführungen als am besten befunden wurden. Dementsprechend war es eine ganz wunderbare Veranstaltung. Am letzten Tag des Turnfestes fand der traditionelle Festumzug statt.

Nachdem dieser an uns vorbeigezogen war, hieß es Abschied nehmen von Weinheim. Also: alles in den Vereinsbus schmeißen, noch durchzählen - 1,2,3,4,5,6,vollständig – und ab ging es zurück in die Heimat. Traurig, dass es vorbei ist, erschöpft von den viel zu langen Tagen und voller Vorfreude auf das nächste Mal. Dann in Schweinfurt. Aber das ist noch über ein Jahr hin. Genug Zeit, um für die Wettkämpfe dort zu trainieren, eigene Pompfen zu bauen und vor allem um vorzuschlafen, damit das nächste Mal noch besser werden kann.

Text: Max Reinhart

 

 Sprossenwand 02

„Viele Hände bereiten der Arbeit ein schnelles Ende.“ - ein altväterlicher Spruch, der sich aber wieder einmal bewahrheitete. Unter fachkundiger Anleitung unseres Hausmeisters Konrad Vetterl reparierten Turner und Parkourler die Sprossenwand. Eine der oberen Sprossen war gebrochen und musste ersetzt werden.

Sprossenwand 03

Ob die Arbeit lange dauern würde oder schnell von der Hand geht, wussten wir vorher nicht. Doch zur großen Freude aller war die Aktion innerhalb einer knappen Stunde abgeschlossen. Mit dem passenden Werkzeug und der tatkräftigen Mithilfe von Fabi, Alex, Max, Diana und Elisabeth war der Austausch schnell erledigt. Zur Belohnung spendierte Claudia Brezen und Süßigkeiten.

Sprossenwand 01

Text: Achim Reinhart  Bilder: Diana Eder