Indoor-Parkour(s) des ETSV09 Sonntag, den 28.10. der Renner bei Groß und Klein

„Kinder gehen da ran, ohne nachzudenken!“ Das war von Michael Wallner als Kompliment gemeint. Eigentlich war seine Strong-by-Zumba®-Schnupperstunde für Erwachsene gedacht. Die Turnermädels scherte das nicht. Sie konnten locker mithalten, wenn die nächste Raketenstufe an Kraftaufwand und Bewegungen gezündet wurde. Das intensive Intervalltraining zu speziell komponierten Rhythmen ist der einer der heißesten Trends in der Welt des Sports. Fitness-Fans aller Altersklassen waren begeistert. Genau wie die Teilnehmer des Entspannungskurses mit Jo Birkenseher im Anschluss. Qi-Gong, Tai-Qi und Selbsthypnose kombiniert er zum perfekten Cool-Down – auch leicht im Alltag anwendbar. Der gesundheitliche Nutzen der Entspannungsübungen ist längst empirisch nachgewiesen.

 

Indes hatte sich die Halle der Sparda-Bank-Sporthalle des ETSV 09 in einen phantasievoll gestalteten Erlebnisspielplatz verwandelt. Insgesamt 100 Kinder und Jugendliche aus Landshut und der Umgebung tummelten sich auf dem Hallenboden. Für alle Altersklassen war etwas dabei: Klassiker wie „Affenschaukel“ oder Taue zum Schwingen bis zu ungewöhnlich zusammengestellten Sportgeräten wie Spannbarren, dann Schwebebalken und danach Sprungtische.Frei nach dem Motto: Darauf klettern, darüber schwingen oder durchspringen – ganz, wie du willst.

Unterstützt wurde der Erlebnis-Spieltag von der Anti-Drogen-Aktion „Kinder stark machen“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. An Stationen bewiesen die Kinder ihr Geschick und ihr Kooperationsvermögen. Wenn die Laufkarte vollständig abgestempelt war, konnten sie die Teilnehmer gegen kleine Preise eintauschen, die unter anderem von der Sparda-Bank gesponsert worden waren. Die rechte Hälfte der Halle war für die Größeren reserviert. Sie testeten ihre Grenzen auf der Airtrack und auf den Parkour-Cubes aus.

Von der Tribüne aus konnten Mama, Papa, Oma und Opa entspannt den Kindern zuschauen. Wie immer bot die Cafeteria Getränke, Kuchen und herzhafte Snacks an. So konnte man leicht das nasskalte 3-Grad-Wetter außerhalb der Halle vergessen.

Übrigens: Wer mehr Entspannung möchte, kann sich für den 24.11. zum Wohlfühltag mit Jo Birkenseher anmelden. Und Michael Wallner stellt am 7.11. um 19.00 Uhr in der Mittelschul-Turnhalle St. Wolfgang noch einmal Strong-by-Zumba® vor.

Text: Achim Reinhart  Bilder: Schedlbauer Kerstin

„Halten Sie dieses Kind geeignet für den Sportverein?“

Diese Frage einer begleitenden Lehrkraft an die Übungsleiterin beim Schulprojekttag trifft ein noch immer weit verbreitetes Missverständnis genau. Der Wert von Sport und Bewegung für den heranwachsenden Organismus eines Kindes ist allgemein anerkannt, ebenso dass der Weg zum Meistertitel über den organisierten Sport führt. Vereine leisten jedoch noch wesentlich mehr. Sie bieten Gemeinschaft, fördern die Persönlichkeitsentwicklung durch Erfolgserlebnisse und den Umgang mit Niederlagen, durch Teilhabe und Gestaltungsmöglichkeiten und die Übernahme von Verantwortung. In diesem Sinne sollte es also eher um die Frage nach der passenden Sportart gehen!


Beim diesjährigen Projekttag waren wieder Boxen beim Boxclub Bavaria, Fußball, Karate, Leichtathletik, Stockschießen und (Gerät-)Turnen durch den ETSV 09 im Angebot, sowie Orientierungslauf und-neu hinzugekommen- Badminton mit dem Post SV als Gäste mit auf dem Gelände bzw. in der Sporthalle der 09. Ca. 250 Schülerinnen und Schüler der Grundschule St. Nikola (2.-4. Klassen) und des Sonderpädagogischen Förderzentrums (3./4.
Klasse) waren zum Schnuppern gekommen.

 


Unter dem Motto „die Welt steht Kopf“ vermittelten die Turner einige Vorübungen hin zum Handstand und die geeignete Hilfestellung, damit das Element auch jedem Mitschüler gelingen konnte. Einen Ball kopfunter hängend aufzufangen und abzuwerfen war zum Abschluss noch einmal eine ganz besondere Herausforderung für Wahrnehmung und Koordination, die allen sehr viel Spaß bereitete. Bei den Leichtathleten gab es Sprinttraining und eine altersgerechte Einführung in den Hürdenlauf mithilfe von Bananenkartons.

Die Handballer des ETSV 09 wählten stattdessen den alternativen Weg und schickten ihre Trainer in die Schulen hinaus, u.a. zur Grundschule St. Wolfgang und präsentierten vor Ort ihre Sportart.

Jedes einzelne Kind, dem wir den Weg in den Sportverein zeigen konnten, rechtfertigt den Aufwand und den besonderen persönlichen Einsatz der beteiligten Übungsleiter, sind sich die Organisatoren der Aktion einig.

Text: Kerstin Schedlbauer   Bilder erhalten von: Kerstin Schedlbauer

 

„Ich bin 90 Jahre alt. Wir haben das auch gemacht. Aber wir wurden immer vertrieben.“ So erinnert sich ein alter Mann, der seit einigen Minuten unseren Parkourlern zuschaut. Dabei dürfte es damals das Wort „Parkour“ noch gar nicht gegeben haben!

Der erste Spot ihres Parkour-Ausfluges nach Regensburg war nicht von schlechten Eltern: ein Treppenaufgang und die öffentliche Terrasse einer großen, schon etwas in die Jahre gekommenen Wohnanlage. Schräge Lüftungsgitter dienten als Startrampe für den Sprung nach oben. Breite Betongeländer luden dazu ein, in einigen Meter Höhe zu balancieren. Treppenabsätze ließen sich im Jump nehmen. Mit Respekt näherten sich die Kinder und Jugendlichen der Challenge. Nur so viel, wie man sich sicher zutraut! Das reichte, um Passanten zum Staunen zu bringen.

Der nächste Spot lag in unmittelbarer Nähe zur Donau, nicht weit weg von der historischen Wurstkuchl. Hier bildeten Geländer, Bänke und Treppenabgänge zur Donaupromenade die Hindernisse, an denen man sich abarbeiten konnte. Alex, Silke, Nasser und Paul führten die Bewegungskreativität ihrer Schützlinge auf ein bisher unbetretenes Terrain. Hier lernten sie vieles dazu. Danach machte die Bande am Ufer der Donau Brotzeit.

Am Nachmittag fuhr der Stadtbus die jungen 09er hinaus in die Lilienthalstraße, zur Halle des Regensburger Parkour-Vereins. Im TÜV-geprüften Innenraum waren der Phantasie keine Grenzen gesteckt. Airtrack, Cubes und eine riesige Schnitzelgrube erlaubten kreative Bewegungsabläufe wie Saltos, Katzensprünge und Drops. Hier konnten die Teens so richtig loslegen. Unbekümmert rannten sie herum, hangelten sich da hoch, sprangen von dort runter . Nach vielen bewegungsintensiven Stunden ließ die Power langsam nach. So wurde das Bad in der Schnitzelgrube schließlich die gefragteste Attraktion. Doch sich aus dem Schaumstoff-Meer zu befreien, kostete ebenfalls eine Heidenkraft.

Schweißgebadet posierten alle für ein letztes Gruppenfoto, ehe es am frühen Abend nach Hause ging. Ein Abenteuer-Parkour-Ausflug mit Indoor- und Outdoor-Herausforderung: Das sollte man unbedingt wieder machen!

 

Text: Achim Reinhart  Bilder: Petra Schedlbauer und Paul Kegelmaier

 

Hundertzwanzig mal Spaß beim Sport und leuchtende Augen, hundertzwanzig mal ausprobieren wozu man während des Schuljahres sonst nicht kommt. Die Turnabteilung des ETSV 09 sorgte dieses Jahr mit über 120 Plätzen in drei verschiedenen Themenfeldern für Herausforderung und Erfolgserlebnisse im Landshuter Ferienprogramm.
Den Beginn machten die Abnahmen zum Deutschen Sportabzeichen. Bei größter Hitze absolvierten die Kinder einen 800 Meter Lauf, Sprint, Ballwurf sowie Weitsprung aus dem Stand und mit Anlauf. Aufs Seilspringen verzichteten die meisten schon allein um mit ihren Kräften besser zu haushalten und lieber eine zusätzliche Trinkpause einzulegen. Die obligatorische Schwimmstrecke im Erlebnisbad Ergomar verschaffte auch nur allzu kurze Erfrischung und doch dürfen sich drei Kinder über ihr Sportabzeichen in Bronze, vierzehn in Silber und zwölf sogar in Gold freuen.

  

Nicht um messbare Leistungen sondern um den gewissen „Kick“ ging es bei den Parkour- bzw. Freerunning-Workshops. Was auf Youtube so leicht aussieht, entpuppte sich nur allzu oft als höchste Anforderung an Koordination gepaart mit Kraft. Doch die Routiniers des ETSV 09 verstanden es, ihren Schützlingen durch geeignete Tipps die ersten Erfolgserlebnisse zu verschaffen und Lust auf „Mehr“ zu machen. Mit etwas Übung konnte hier jeder schnell Fortschritte erzielen.


In der letzten Ferienwoche schließlich lud die Erlebte Inklusive Sportschule (EISs) des ETSV 09 zu einer Schnupperstunde ein. Beim Ausflug in den Sumpf waren Teamwork, Mut und Geschicklichkeit gleichermaßen gefordert, sei es beim Manövrieren des Turnbank-Reisebusses oder bei der Bewältigung des Geräteparcours. Die Verschiedenheit der Teilnehmer verlangt den Übungsleiterinnen jedes Mal ein hohes Maß an Kreativität und Einfühlungsvermögen ab. Schließlich soll jedes Kind seine ganz persönlichen Stärken erkennen und weiter entwickeln, wobei Mitgestaltung und gemeinsame Aufgabenbewältigung gleichzeitig die Sozialkompetenz fördern. Wie schön, wenn die Kinder nur merken- es hat Spaß gemacht!

   

Mit Schulbeginn läuft nun auch beim ETSV 09 wieder der normale Übungsbetrieb. Interessierte können in den meisten Gruppen noch jederzeit einsteigen. Ein Blick auf die Vereinshomepage hilft, für jeden ein passendes Sportangebot zu finden.

Text: Kerstin Schedlbauer  Bilder: Kerstin Schedlbauer

 

Ein Baumstamm, eine Tischtennisplatte, eine Parkbank – mehr braucht es nicht. Alex verwandelt das Eck vor dem Bolzplatz in der Daimlerstraße in einen Abenteuer-Spielplatz. Im Schlepptau hat er fünfzehn bis zwanzig Jungs aus der unmittelbaren Nachbarschaft, die von ihm Tricks gezeigt bekommen. Behutsam führt er sie an den Parkour-Sport heran: Auf die Bank und zurück, über die Bank in zwei Schritten oder sogar in einem Satz, jeder nach seinem Mut und Können. Die Kids sind begeistert. Viele von ihnen haben hochrote Köpfe. Eifrig folgen sie Alex´ Anweisungen.

Zusammen mit dem BSLV und seinem Programm „Integration durch Sport“, der Mobilen Jugendarbeit und der Stadtteilarbeit Porschestraße gibt es an einem Freitag im Monat auf dem Gelände nicht weit von der Porschestraße ein offenes Sportangebot. Diesmal ist der ETSV09 mit Parkour dran. Auf dem Bolzplatz selbst trainieren die Großen Fußball. Unter ihnen viele Roma aus den umliegenden Häusern und Flüchtlinge aus dem Wohnheim. Im hinteren Bereich spielen Mädchen Federball. Am Spielfeldrand liegen Matratzen zum Chillen. An einem Stand locken leckere Obstspieße, Eistee und Gebäck.

Zwischen Obi, Bauhaus und der Bundesstraße gibt es sonst nur wenig Abwechslung für Kids vom Block. Doch heute ist was los. Alex hat sich in der Zwischenzeit warmgelaufen. Eigentlich ist das Angebot erst ab 13. Aber wer will die Jungs schon bremsen? Die ganzen zwei Stunden halten die meisten durch. Um 19.00 Uhr endet das Angebot. Teenies und Kids sind ausgepowert. Was es wohl zum nächsten Termin gibt? Der ETSV09 ist stolz darauf, bei diesem auf den Stadtteil bezogenen Jugendprogramm dabei gewesen zu sein.

Text: Achim Reinhart