„Ich bin 90 Jahre alt. Wir haben das auch gemacht. Aber wir wurden immer vertrieben.“ So erinnert sich ein alter Mann, der seit einigen Minuten unseren Parkourlern zuschaut. Dabei dürfte es damals das Wort „Parkour“ noch gar nicht gegeben haben!

Der erste Spot ihres Parkour-Ausfluges nach Regensburg war nicht von schlechten Eltern: ein Treppenaufgang und die öffentliche Terrasse einer großen, schon etwas in die Jahre gekommenen Wohnanlage. Schräge Lüftungsgitter dienten als Startrampe für den Sprung nach oben. Breite Betongeländer luden dazu ein, in einigen Meter Höhe zu balancieren. Treppenabsätze ließen sich im Jump nehmen. Mit Respekt näherten sich die Kinder und Jugendlichen der Challenge. Nur so viel, wie man sich sicher zutraut! Das reichte, um Passanten zum Staunen zu bringen.

Der nächste Spot lag in unmittelbarer Nähe zur Donau, nicht weit weg von der historischen Wurstkuchl. Hier bildeten Geländer, Bänke und Treppenabgänge zur Donaupromenade die Hindernisse, an denen man sich abarbeiten konnte. Alex, Silke, Nasser und Paul führten die Bewegungskreativität ihrer Schützlinge auf ein bisher unbetretenes Terrain. Hier lernten sie vieles dazu. Danach machte die Bande am Ufer der Donau Brotzeit.

Am Nachmittag fuhr der Stadtbus die jungen 09er hinaus in die Lilienthalstraße, zur Halle des Regensburger Parkour-Vereins. Im TÜV-geprüften Innenraum waren der Phantasie keine Grenzen gesteckt. Airtrack, Cubes und eine riesige Schnitzelgrube erlaubten kreative Bewegungsabläufe wie Saltos, Katzensprünge und Drops. Hier konnten die Teens so richtig loslegen. Unbekümmert rannten sie herum, hangelten sich da hoch, sprangen von dort runter . Nach vielen bewegungsintensiven Stunden ließ die Power langsam nach. So wurde das Bad in der Schnitzelgrube schließlich die gefragteste Attraktion. Doch sich aus dem Schaumstoff-Meer zu befreien, kostete ebenfalls eine Heidenkraft.

Schweißgebadet posierten alle für ein letztes Gruppenfoto, ehe es am frühen Abend nach Hause ging. Ein Abenteuer-Parkour-Ausflug mit Indoor- und Outdoor-Herausforderung: Das sollte man unbedingt wieder machen!

 

Text: Achim Reinhart  Bilder: Petra Schedlbauer und Paul Kegelmaier